Lebensberatung - Altmann Norbert

Partnerschaft

>> Einleitung - Von der "Verliebtheit" zur polaren Beziehung

Von der polaren Beziehung zur wahren Liebe
An den negativen Anteilen einer Partnerschaft zeigt sich ihre Gestörtheit natürlich viel leichter als an den positiven. Außerdem ist es viel leichter, die Quelle der Negativität in seinem Partner zu erkennen als in sich selbst. Sie kann sich auf viele Weisen äußern: als Besitzanspruch, Eifersucht, Kontrolle, als Rückzug und unausgesprochener Vorwurf, als das Bedürfnis Recht zu haben, als Mangel an Sensibilität, als Selbstbezogenheit, emotionale Forderungen, Manipulation, als Drang zu kritisieren, zu beurteilen, anzuklagen, anzugreifen, als Wut und unbewußte Rache für alten, von den Eltern zugefügten Schmerz, als heftigste Aggression und körperliche Gewaltätigkeit.

Auf der positiven Seite steht das Verliebtsein. Das ist im Anfang ein zutiefst befriedigender Zustand . Es macht lebendig. Das Dasein macht einen Sinn, denn da ist jemand der mich braucht, der mich will, für den ich außergewöhnlich bin und natürlich genauso umgekehrt. Dieses Gefühl kann so überzeugend werden, dass der Rest der Welt davor verblasst. Aber diese Intensität ist auch mit Bedürftigkeit, mit Klammern, verbunden. Man wird von dem anderen Menschen abhängig. Die Vorstellung, dass er oder sie einmal nicht mehr für einen da sein könnte, kann zu Eifersucht, zu Besitzansprüchen, zu Manipulationsversuchen mit Hilfe von emotionaler Erpressung, Schuldzuweisung und Anklage - letztendlich zu Verlustangst - führen. Wenn der / die andere einen verlässt, kann das zu heftigster Feindschaft oder zu tiefstem Kummer und bodenloser Verzweiflung führen. In einer Sekunde kann aus zärtlicher Liebe der brutalste Angriff, der entsetzlichste Kummer werden. Wo ist die Liebe geblieben? Kann sich Liebe in einem Moment in ihr Gegenteil verwandeln? War es dann überhaupt Liebe, oder Abhängigkeit, Festhalten, Kleben?

Wie kann also die (Er-)Lösung aussehen?
Eine Erlösung kann nur stattfinden, wenn beide Seiten (beide Pole) betrachtet und bewusst gemacht werden. Was ist auf der positiven Seite und was auf der negativen Seite. Wenn sie in ihren Beziehungen beides erleben, sowohl „Liebe“ als auch das Gegenteil der Liebe – Angriff, emotionale Gewalt und so weiter –, dann können sie auch davon ausgehen, dass sie das Festhalten am Ego und abhängiges Klammern mit Liebe verwechseln. Sie können ihren Partner oder Partnerin nicht in einem Moment lieben und im nächsten Moment angreifen. Wahre Liebe kennt kein Gegenteil. Wenn es zu ihrer „Liebe“ ein Gegenteil gibt, dann ist sie keine Liebe, sondern ein starkes Egobedürfnis nach einem tieferen und vollkommeneren Selbstgefühl, ein Bedürfnis, das durch die andere Person zeitweilig erfüllt wird. Das ist der Ersatz des Ego für die Erlösung, und für eine kurze Zeit fühlt es sich fast wie Erlösung an. Aber dann kommt ein Punkt, wo das Verhalten des Partners die Bedürfnisse nicht mehr befriedigt oder vielmehr die Bedürfnisse des Egos nicht mehr befriedigt. Jetzt tauchen die Gefühle von Angst, Schmerz, und Mangel, die dem Egobewusstsein so eigen sind, wieder auf – sie waren durch die „Liebesbeziehung“ nur überdeckt.

Deshalb kann es nur einen einzigen Weg geben die Erlösung zu finden. Die Raffinessen des Egos zu entlarven und Schicht für Schicht den Weg zu Ihrem wahren Selbst freizulegen und damit auch das Bewusstsein für eine Partnerschaft und Liebe ohne Polarität zu schaffen.

>> Weiterführend - Partnerschaft als Abhängigkeit (Sucht und Droge)

>> Der erste Schritt zur Liebe ohne Gegenteil