Lebensberatung - Altmann Norbert

Der Palast des Königs

Ein großer König baute sich einmal einen Palast.
Die Wände des Palastes waren mit Spiegeln bedeckt.
Tausende von Spiegeln.
Es war ein herrliches Erlebnis, diesen Palast zu betreten.
Man konnte seine eigene Gestalt in tausendfacher Vervielfältigung ringsherum erkennen - tausendmal Du selbst, wohin Du blickst!
Zünde eine Kerze an - Tausende von Flammen .... Eine kleine Flamme und Tausende von Spiegeln werfen ihr Licht zurück - der ganze Palast wurde davon erhellt, von einer einzigen Kerzenflamme!

Eines Nachts kam durch Zufall ein Hund in den Palast. Er sah sich um.
Er erschrak sich zu Tode: Tausende von Hunden!
Er erschrak sich so sehr, das er die Tür, durch die er hereingekommen war, völlig vergaß.
Er war umzingelt von Tausenden von Hunden - der Tod war ihm sicher.
Er fing zu bellen an.
Tausende von Hunden bellten zurück.
Er knurrte aggressiv. Tausende von Hunden knurrten zurück.
Vor Panik rannte er gegen die Wände. Am Morgen fand man ihn tot auf. Und da war niemand da, nur der Hund selbst.

So wie diesem Hund geht es häufig auch uns Menschen.
Wir fallen auf unsere eigenen Widerspiegelungen herein, wir fühlen uns bedroht, wir kämpfen dagegen an, wir erkennen nicht, daß das, was uns so sehr ängstigt, wir selbst sind.
Schicksal ist im Grunde nichts anderes, als immer wieder auf das neue die Begegnung mit sich selber,
Begegnung mit den eigenen erlösten oder unerlösten Persönlichkeitsanteilen,
Begegnung mit den eigenen Vorurteilen, Einstellungen, Maßstäben und Idealen,
Begegnung mit den eigenen Trieben und Gefühlen, mit dem eigenen Freiheitsdrang, mit dem eigenen Machtstreben.

Viele Gestalten unseres Unterbewussten erscheinen uns in einer so verzerrten Form, dass wir sie nicht als Teile unseres Selbst identifizieren, geschweige denn annehmen und integrieren können.

Aus dem Buch von Hermann Meyer: "Gesetze des Schicksals"! Gesetz der Affinität

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