Lebensberatung - Altmann Norbert

Urvertrauen - ein Schatz der es Wert ist, gehoben zu werden

Urvertrauen (basic trust), ist ein unausgesprochenes, bedingungsloses Vertrauen, dass das Beste geschieht. Es ist die Zuversicht, dass die Realität im Grunde genommen gut ist. Das die Natur, das Universum und alles was existiert, von seinem Wesen vertrauenswürdig ist – dass das, was geschieht, das Beste ist, was geschehen kann. Urvertrauen ist die nichtbegriffliche Gewissheit, dass das Universum, die menschliche Natur und das Leben etwas besitzen, das von sich aus grundlegend hilfreich und liebevoll ist und uns das Beste wünscht.

Wenn dieses Vertrauen wirklich tief ist, äußert es sich nicht in dem, was man fühlt oder denkt, sondern darin, wie man sein Leben lebt. Das Urvertrauen wird als unzweifelhaftes Gefühl der Sicherheit erlebt, als wesentlicher Teil der eigenen Handlungs- und Lebensweise. Ist es zutiefst gegenwärtig, dann ist dieses Vertrauen so gewiss ist, dass wir nicht darüber nachdenken. Darüber hinaus ist es so grundlegend, dass die Ereignisse und Umstände unseres Lebens es nicht erschüttern können. Aus diesem Grund unterscheidet sich das Urvertrauen von unserem üblichen psychologischen Gefühl von Vertrauen. Unser gewöhnliches Vertrauen in Menschen und Gegebenheiten ist extrem bedingt und von Vertrautheit  und Zuverlässigkeit abhängig. Schmerzhafte Erfahrungen und persönlicher Verrat können unser Vertrauen in die äußeren und inneren Elemente unseres Lebens leicht erschüttern. Da diese Elemente ständigem Wechsel unterworfen sind, hat das gewöhnliche Vertrauen nur geringen Wert, wenn es darum geht, sich auf das Unbekannte einzulassen.

Das Urvertrauen dagegen ist kein Vertrauen in irgendein Ding, eine Person oder eine Situation und kann von den Lebensumständen nicht so leicht getrübt werden. Stattdessen schenkt es uns eine vorbehaltlose Einstellung, die uns erlaubt, mit allen Lebensumständen zu entspannen und anwesend zu sein. Man fühlt instinktiv, dass alles in Ordnung für einen ist und sein wird, selbst wenn die augenblicklichen Umstände enttäuschend, schmerzhaft und sogar völlig katastrophal sind, weil man nicht länger versucht, sich zu bemühen, zu greifen und an Menschen, Dingen und Überzeugungen festzuhalten.

Das Urvertrauen übersteigt sogar das Gottvertrauen, denn das Gefühl, in Gott zu vertrauen, bedeutet, das man schon eine Vorstellung von Gott hat.

Urvertrauen ist ein so grundlegend, wie Kalzium in den Knochen. Es verleiht unseren Erfahrungen ein Gefühl von Leichtigkeit und Sicherheit und lässt den Geist unbeschwert und sorglos sein.

Die ganze innere Arbeit an uns selbst ist nötig, wenn das Urvertrauen noch nicht vollständig bewusst ist. Es bedeutet, genug zu vertrauen, um den Verstand anhalten zu lassen und innerlich still zu sein. Es bedeutet, zu vertrauen, dass man fähig sein ist, das zu tun, was zu tun ist.

>> weiterlesen - Urvertrauen und Ego (= Mangel an Urvertrauen)